Schlusspfiff auf dem Platz – Aber die WM geht noch weiter!

14. Juli 2010

Südafrika – die WM ist vorbei, vier Wochen lang wurde das größte Sportereignis der Welt zelebriert und Südafrika gibt den Pokal und die damit große Verantwortung weiter nach Brasilien. Sechs Jahre hatte das Land sich auf diesen Moment vorbeireitet, es wurde geplant, gebaut und vor allem wurden keine Kosten gescheut  um den großen Erwartungen des eigenen Landes und besonders die der FIFA gerecht zu werden.
Doch was bleibt am Ende eigentlich? Mit welchem Eindruck verabschiedet sich Südafrika vom Präsentierteller? Ist die Weltmeisterschaft ein Erfolg? Hat sie positive nachhaltige Auswirkungen auf das Land und dessen gesamte Bevölkerung? Sind nach der WM alle Gewinner oder gibt es auch Verlierer, die ratlos im Abseits stehen und gar enttäuscht oder wütend vom Platz gehen?

Spanien ist Weltmeister! Alle feiern und strahlen, auch FIFA Präsident Sepp Blatter steht im Goldregen und reibt sich die Hände. Wer hat alles noch gewonnen und wer hat verloren?

Spanien ist Weltmeister! Alle feiern und strahlen, auch FIFA Präsident Sepp Blatter steht im Goldregen und reibt sich zufrieden die Hände. Südafrikas Staatsoberhaupt Jacob Zuma ist ebenso auf dem Siegerbild. Doch sieht der eher aus als würde er gleich zu Boden fallen. Bedeutet(e) die WM in Südafrika ein Erfolg für das ganze Land?

Die FIFA als Retter der Welt

Es wurde viel getan, der Druck von Außen war enorm, Südafrika wurde als Sorgenkind bezeichnet, eine WM in Afrika, das wäre zu früh. Wo Menschen noch mit Pferden durch die Straßen ziehen, wo ein Großteil der Bevölkerung noch in Wellblechhütten lebt und mit der Hand wäscht, dort solle wirklich eine Weltmeisterschaft stattfinden?
Es wurde kontrovers als die FIFA den Pokal nach Südafrika gab, eine Weltmeisterschaft bedeutet Verantwortung und Organisation. Das Know How ist von enormer Bedeutung.
Um das Know How musste Südafrika sich jedoch nur wenig Sorgen machen, das brachte die FIFA mit, ein im Preis enthaltener Service sozusagen. Denn die Richtlinien sind wie auf dem Sportplatz genau gezogen, die FIFA bietet kaum Spielraum wenn es darum geht den Verlauf und das Drumherum der großen Spiele, also die  Weltmeisterschaft zu planen. Die FIFA macht in ihrer Behandlung nur wenig Unterschiede in Hinblick auf den Gastgeber und auf einmal war es wieder unwesentlich das Südafrika ein Schwellenland ist. Ein Land mit Potential aber eben auch mit Problemen in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Hinsicht.
Wenn man also ein solch bedeutsames Event in ein Schwellenland vergibt sollte man doch meinen damit auch entwicklungsbedeutsame Aspekte setzen zu wollen, einen Zweck zu verfolgen, in diesem Falle Südafrika eine Chance zu bieten um mit diesem sportlichen Ereignis etwas auch neben dem Platz zu bewirken. Und natürlich war es genau das was die FIFA mit dieser Weltmeisterschaft bezwecken wollte, eine WM in Südafrika als persönliches Entwicklungsprojekt. Stolz wurde verkündigt das jeder einzelne Südafrikaner von dieser Weltmeisterschaft profitieren würde. Die FIFA als wohltuender Entwicklungshelfer sprach von einem bevorstehenden Aufschwung in gesellschaftlicher aber auch wirtschaftlicher Hinsicht.
Wunderbar, schöne Musik für die Ohren aber die Augen sagen dann doch etwas anderes und auf einmal riecht es ganz und gar nicht mehr nach der versprochenen nachhaltigen Entwicklung. Seitens der FIFA mit einem Eigenkapital von einer Milliarde Euro gab es keine Subventionen und somit keine besondere Behandlung. Nein, es wurde im Gegenteil sogar vorgeschrieben was alles wo und wie viel investiert werden müsse.
Der Staat, also (nachträglich) der Steuerzahler investierte über dreiunddreißig Milliarden Rand (3,3 Milliarden Euro) in den Bau von Stadien, den Ausbau der Infrastruktur und polierte so Südafrika auf, damit es für einen Monat im Mittelpunkt der Welt ein schönes Bild erzeugen würde. FIFA geprüft mit FIFA-Stempel eben.
Die dritte Welt verschwand hinter einem glitzernden Vorhang und die erste wurde glänzend ins Rampenlicht gestellt. Und um den Entwicklungshelfer zu spielen besuchte FIFA Präsident Blatter Townships, lächelte stolz in die Kamera und verteilte Fußbälle. Welch großes Herz dieser Mann doch besitzt. Ist jedoch mal keine Kamera zur Stelle dann ist sieht es auch schon wieder weniger herzlich aus. Bettler werden von den Straßen vertrieben, Straßenhändler dürfen in der Umgebung der Stadien keine Geschäfte machen und Armut und Hilflosigkeit verschwinden plötzlich von der Bildfläche, es sieht fast so aus wie in Europa und man fühlt sich auch so.
Die Menschen haben die FIFA Regierung gespürt und viele sind wütend darüber, dass diese das Land komplett übernommen hat.
Der Fifa-ismus überschwemmte das Land, Sponsoren bestimmten den Markt und noch um 24 Uhr Nachts hatte der FIFA Fanshop an Kapstadts Waterfront geöffnet, um unteranderen  die weltbeliebten Vuvuzelas für erschwingliche 11 Euro das Stück fair zu vertreiben. Lärmmachendes Plastik aus China mit FIFA Druck.
Im Gegenzug hatte sich jedoch schon bald eine kleine Protestbewegung gebildet und hin und wieder begegnet man Typen in gelbgrünen T-Shirts mit der wunderschönen Aufschrift „Fick Fufa“.

Eine Regenbogennation als ganzer Kontinent

Südafrika – ein Land mit einer großen Geschichte. Eine Gesellschaft die viel erlebte und sicherlich noch immer für den gemeinsamen Frieden eine Menge leisten muss. Elf Sprachen, neun Provinzen, drei Hautfarben und obendrauf eine Vergangenheit die es schwierig macht eine gemeinsame gerechte Zukunft für alle zu gestalten. Es war Nelson Mandela der den ersten Schritt auf dem Pfad der Freiheit und Gerechtigkeit tat, ein langer Weg, der nur geschafft werden könne, wenn der Vergangenheit mit Vergebung gegenübergestanden werde, ohne jegliche Rache, sondern gemeinsam als eine tolerante Nation für eine neue friedvolle Zukunft.
Dieser Weg ist nach mittlerweile sechzehn Jahren noch lange nicht gegangen und noch immer hat Südafrika große Probleme sich als eine einheitliche gemeinsame Nation zu definieren.
Der Rassismus ist noch nicht ausgestorben und besonders die riesige Kluft zwischen arm und reich schürt die Urteilsfindung und macht es natürlich schwer ein Gemeinschaftsgefühl für die gesamte Gesellschaft zu entwickeln.

Erlebnisse die einander verbinden werden dringend gebraucht und damit war die Weltmeisterschaft eine Chance für eine Art Schlüsselerlebnis welches helfen könnte sich als ein gemeinsames Land zu erkennen, das Interesse zu wecken andere Sichtweisen und Kulturen kennenzulernen und vor allem Toleranz und Stolz für- und miteinander zu entwickeln.

Vor 4 Wochen ertönte ein Pfiff in Johannesburg, ein Pfiff der den Startschuss für etwas neues aufregendes bedeutete. Die Fußballweltmeisterschaft war eröffnet und auf einmal hieß es „Bafana Bafana, make the circle bigger!“ Ein Land im Rausch, im Fußballfieber, farbenfroh und voller Erwartungen. Nicht nur gefüllt mit Erwartungen an die eigene Mannschaft sondern vor allem auch an die Zukunft. Ein Wir-Gefühl kam mit der Weltmeisterschaft im eigenen Land und auch die sonst hartgesockenen weißen Rugbyfans trugen Südafrikatrikots und fieberten um einen Sieg.
Der eigentliche Sieg ergab sich nicht gegen Frankreich, sondern überall in guter Laune neben dem Platz.
Trotz des frühen Ausscheidens nach der Vorrunde haben sich die Südafrikaner auch die ganze restliche WM über mit Stolz präsentiert, es war ein Gemeinschaftsgefühl das alle ein Stück weiter miteinander verbunden hat. „We are out with proud“ hieß das Motto der Südafrikaner. Angereiste Fans waren und sind im Südafrika Fieber und sind fasziniert von dem Spirit und vor allem der Freundlichkeit der hier lebenden Menschen, mit der man immer wieder in Berührung kommt.
Das Land hat gezeigt was es leisten kann, wie viel Potential es hat und was es alles bewirken kann. Südafrika ist ansteckend, jeder der einmal dort war weiß wovon ich spreche.
Eine Weltmeisterschaft kann sicherlich kein Aids heilen, sie kann auch keine Millionen Jobs schaffen und die große Armut bekämpfen, aber sie kann einen Startschuss für etwas Neues setzen, nämlich etwas bedeutsames entfachen, was nur aus gemeinsamer Überzeugung geschehen kann. Nämlich der Glaube an eine Gemeinschaft und eine gemeinsame Zukunft in einem gemeinsamen Land, wo es viele unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen gibt, die aber alle mit einem Ziel verbunden sind: Ein friedliches Leben durch Toleranz, Respekt und Gerechtigkeit.
Südafrika hat gezeigt was es heißt Glaube, Stärke und Zusammenhalt zu beweisen.
Nach dem Ausscheiden der südafrikanischen Mannschaft war Ghana Südafrikas neues Patenkind und das Land fieberte, hoffte und bangte um die Siege der ghanaeischen Mannschaft. Es war toll mit anzusehen, wie sich Afrika als eine große Mannschaft während der Weltmeisterschaft präsentiert hat. Die Südafrikaner sind stolz auf Afrika und es war für sie ein leichtes Sympathien für die anderen afrikanischen Länder aufzubringen und diese auch lautstark zu zeigen.
Am Ende könnte man meinen Südafrika wäre bis ins Viertelfinale gekommen wenn man miterlebt hat wie ein ganzes Land hinter einer anderen afrikanischen Nation stand. Sehr ehrenhaft war das anzusehen, so was hat man bei anderen Weltmeisterschaften in dieser Form noch nicht erlebt.

young-Fans

Die WM in Südafrika war ein Erlebniss, welches alle Menschen näher zusammen brachte. Egal ob jung, alt, schwarz oder weiß. Die Südafrikaner bewiesen Zusammengehörigkeit durch Teamgeist!

Die WM in Südafrika – ein wirtschaftliches Eigentor?

Für die FIFA keinesfalls, die hat mal wieder auswärts haushoch gesiegt. Am Ende ist sie der wirtschaftliche Gewinner des Turniers. Die WM in Südafrika soll der FIFA ein Plus von einer neunstelligen Summe eingebracht haben. „Mir liegen noch keine Zahlen vor. Lasst uns abwarten, bis alle Kontostände bekannt sind“, entgegnete Blatter bescheiden.
Südafrika hat im Gegenzug viel Geld investieren müssen, Jacob Zuma hat sich dadurch auch einen Aufschwung erhofft, aber ob die Investitionen greifen ist jedoch fraglich.
„Das WM Turnier wird unserem Land wirtschaftlichen Gewinn bringen“, sagte Jacob Zuma zum Ende der WM in einer Pressekonferenz.
Die letzten sechs Jahre bedeuteten sicherlich einen Aufschwung für Südafrika. Es wurden Arbeitsplätze geschaffen, 66.000 neue Jobs alleine in der Baubranche. Auch in die Sicherheit wurden 130 Millionen Euro investiert und somit 40.000 neue Polizisten ausgebildet.
Es wurden Stadien und Straßen wie mit Lego-Klötzen gebaut, koste es was es wolle und vor allem wo es FIFA Präsident Sepp Blatter wollte. Ein Beispiel für die Regierung Blatters war die Standortbestimmung für das von deutschen Architekten entworfene WM Stadion in Kapstadt. Kapstadts Politiker wollten dieses eigentlich in einen armen fußballbegeisterten schwarzen Vorort platzieren, doch Blatter wollte etwas für die schönere Postkarte und verlangte den Bau in Kapstadts Stadtzentrum Greenpoint, wo der Tafelberg, die Waterfront und Robbenisland für die passende WM Kulisse sorgen sollten.
Für einen Monat muss eben alles perfekt sein, ob und wie sich die Investitionen für Südafrika im Nachhinein lohnen ist Sepp Blatter doch egal. Für den Stadionbau in Greenpoint hat Blatter höchstpersönlich den ehemaligen Staatspräsident Thabo Mbeki angerufen, dieser hat daraufhin die Bürgermeisterin von Kapstadt unter Druck setzen müssen. Das Ergebnis: Eine Kostenerhöhung von umgerechnet 200 Millionen auf 470 Millionen Euro.
Zweites Beispiel, in Nelspruit, einer abgelegen Stadt am Rande des Kruger National Parks wurde ebenfalls ein WM Stadion mit 50.000 Sitzplätzen errichtet. Das Bauland, auf dem sich unteranderem auch eine Schulen befand, wurde für umgerechnet 10c verkauft. Drei zwei eins meins dachte sich der großherzige Blatter. Die Schule wartet bis heute auf einen Umzug in einen versprochenen Neubau.
Der Bürgermeister von Nelspruit wurde umgebracht als bekannt wurde das bei der Vergabe von Bauaufträgen Korruption im Spiel war. Der Mörder ist bis heute nicht gefasst.
Nicht nur die FIFA denkt eigensinnig, ebenfalls ist auch die südafrikanische Regierung mehr auf das Prestige in der westlichen Welt fixiert als auf die Lösung enormer Engpässe und sozialer Probleme.
Anstatt so wenig Schulden wie möglich zu machen werden teure Wahrzeichen für Städte erbaut, auch wenn sie gar nicht von Nöten sind und 1 Km weiter hausen Familien in nicht menschenwürdigen Verhältnissen, müssen um jedes Brot kämpfen und sehen für ihr Leben keine Zukunft. Prioritäten scheinen sich verschoben zu haben.
Das bereits bestehende Stadion in Durban wurde bereits von der FIFA als WM Stadion anerkannt, doch Durbans Politiker entschieden sich gegen den auf 6 Millionen Euro Kosten belaufenden Umbau und entschieden sich für ein 360 Millionen Euro neues teures Wahrzeichen, um sich in Zukunft als Sporthauptstadt Afrikas positionieren zu können. Grund dafür war ein Bewerbungswunsch für kommende olympische Spiele.
Letztendlich hat der Südafrikaner wirtschaftlich nichts von der WM, bis auf eine kommende Steuererhöhung. Südafrika ist ein Land das für solche unglaublich hohen Investitionen der Falsche Partner war. Es mangelt an Bildung, sozialem Ausgleich, Sicherheit, Gerechtigkeit, medizinischer Versorgung und Stabilität. Bevor man neue Baustellen anfängt sollte man erst die alten ausbauen und vor allem nachhaltig investieren. Stadien, die nach der WM leer bleiben helfen kaum das der kleine Eduardo einen Platz in einer Schule bekommt. Für die Tourismusbranche und die Sponsoren mag die WM ebenfalls ein Erfolg gewesen sein, aber für die Steuerzahler und die Armen keinesfalls. Denn die müssen das ausbaden, was die FIFA und die Regierung zu verantworten hat. Mal wieder haben sich nur die mächtigen Männer einen Vorteil verschafft. Von Entwicklungshilfe kann da nicht die Rede sein. Im Gegenteil.
Prestige und Aufmerksamkeit waren der Politik wichtiger als sozialer Ausgleich und soziale Absicherung. Wirtschaftlich wird auf Südafrika noch einiges zukommen, denn eins war die WM keinesfalls: Nachhaltig für die Menschen in Südafrika.
Es hätte anders laufen können, hätte die FIFA Subventionen vergeben und wären Südafrikas Staatsmänner sparsamer und mehr auf nachhaltige Investitionen aus gewesen.
Positiv ist, das nach der erfolgreich präsentierten WM Südafrika ein neues Bild von sich vermittelt hat und damit zu rechnen ist, dass der Tourismus einen weiteren Aufschwung verspüren wird.
Die ausgebaute Infrastruktur ist ebenfalls nachhaltig, auch wenn der Großteil von Südafrikas Bevölkerung kein Auto besitzt. Aber auch Transport und Handelswege seien nun besser ausgebaut und somit effizienter.
Die größte bedeutsamste Frage, was jetzt mit den vielen neuerbauten Stadien passiert ist dagegen noch nicht geklärt. Die bedeutsamen Vereine, ob Kricket oder Rugby können die hohen Kosten für die ehemaligen WM Stadien nicht aufbringen, außerdem ist die Nachfrage nicht so enorm wie die zu bietenden Sitzkapazitäten. Bei einem Stadion wurde im Nachhinein sogar festgestellt, dass der Platz 5 Meter zu kurz für den Nationalsport Kricket wäre und somit der in der Umgebung sitzende Verein nicht in diesem spielen könne.

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Schön sieht es ja aus das Stadion in Kapstadt, ebenso der Tafelberg als Postkartenkulisse! Aber was passiert in Zukunft mit all den neuen großen teuren Stadien und wer finanziert die Kosten?

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Südafrika - ein Land der Gegensätze. Nur wenige Kilometer von Kapstadts Innenstadt entfernt ergibt sich ein Bild wie aus einer ganz anderen Welt. Was ist notwendiger, Prestige oder sozialer Ausgleich?

Eine WM in Südafrika ist nun mal keine WM in Deutschland. Wenn man einem Schwellenland die Chance bietet das bedeutsamste Sportereignis der Welt auszurichten, dann sollte das auch unter besonderen Bedingungen geschehen. Die FIFA tat nichts anderes als ihre Koffer mit Geld zu füllen und schon jetzt sitzt Herr Blatter in seinem Privatjet FIFA-ONE auf dem Weg nach Brasilien um dort für die nächsten vier Jahre den Diktator mit großem Herz zu spielen. Um Fußball scheint es bei einer Weltmeisterschaft nur sekundär zu gehen, das eigene Spiel findet neben dem Platz statt und der Sieger steht schon vor dem Turnier fest. In der Öffentlichkeit wird sich zu Kritik nicht geäußert, Blatter stellt sich stolz als Welten-Retter da, aber sobald über Finanzen, schlechte Schiedsrichterleistungen oder die misslungene Organisation der FIFA-Volunteers gesprochen wird, dann nimmt unser unschuldiger fairplay-Sepp ein Blatt vor den Mund. „No Comment!“ entpuppte sich als Lieblingsstatement seitens der FIFA während der WM in Südafrika.
Feiner Spielzug Herr Blatter, hoffentlich werden Sie bald vom Platz geworfen, ausgewechselt oder gefoult. Mit Ihnen macht FIFA spielen jedenfalls keinen Spaß mehr.

SWITZERLAND SOCCER FIFA BLATTER TOURNAMENT

Die WM in Südafrika hat mal wieder gezeigt wer der eigentliche Spielmacher ist. Viele Kritiker fordern für Sepp Blatter einen Platzverweis aufgrund grober unsportlichkeit seitens der FIFA!

Schlusspfiff auf dem Platz! Doch die WM geht weiter

Trotz allem ist zu hoffen das Südafrika aus diesen vier Wochen etwas positives mitnimmt und weiter gemeinsam daran arbeitet die Ziele zu erreichen, die damals schon der mittlerweile 92 jährige alte Nelson Mandela formuliert hat. Denn nicht alle Ziele sind von Politik oder Wirtschaft abhängig, manche Ziele erreicht nur jeder Einzelne selbst in seinem Inneren und zwar mithilfe von Herz und Verstand. Dazu brauch es vor allem verbindende Erlebnisse.
Es mag immer noch ein weiter Weg zu gehen sein, doch hat die Weltmeisterschaft auch dazu beigetragen wieder nach Vorne zu sehen und Teamgeist zu zeigen.
Viele Südafrikaner haben sich für Fußball begeistern lassen und werden sicherlich auch bei der  kommenden WM-Qualifikation für Brasilien hinter ihrer Mannschaft und dem Kontinent stehen.
Jetzt gilt es das Beste draus zu machen und die positiven Erlebnisse mitzunehmen und darauf zu hoffen, das Südafrika auch in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht wieder Anschluss findet.
Darauf haben die Menschen so gut wie keinen Einfluss also muss man Ihnen am Ende auch das lassen was sie hatten. Nämlich eine farbenfrohe WM die das Gemeinschaftsgefühl in jedem Fall gestärkt hat.

Fans

Farbenfroh und immer gut gelaunt! Das war die WM in Südafrika. Sie wird bei vielen Menschen in den Köpfen bleiben. Nicht nur wegen der geliebten Vuvuzela, sondern auch weil ein Land gezeigt hat wie viel Potential und Spirit es zu bieten hat. Danke Südafrika für eine tolle Weltmeisterschaft!

Und wieder ertönt ein schriller Pfiff in Johannesburg Soccer-City, doch diesmal der Schlusspfiff. Für Südafrika aber ist die WM noch lange nicht zu Ende. Es war das Wir-Gefühl das etwas entfacht hat, auch wenn die Weltmeisterschaft jetzt wieder vorbei ist, irgendetwas scheint dann doch anders als sonst zu sein, man darf auf Südafrika gespannt sein.

Alles Alles Gute Südafrika!!!

Die Highlights aller WM-Spiele kostenlos im Netz

25. Juni 2010

Wenn man ein Spiel gewinnt, schaut man sich gern den ganzen Tag danach die Highlights des siegreichen Spiels an und rast dabei vor Wut, weil im Internet so selten die Zusammenfassungen in passabler Qualität zu finden sind. Das ist bei dieser WM anders:

fifaAuf der Homepage der FIFA kann man alle Highlights der Partien schon wenige Stunden nach Abfiff kostenlos, unkomplioziert und – das ist den Bierfreunden ganz besonders wichtig – vollkommen legal angucken. Wir haben ja schon viel gemeckert über die Fédération Internationale de Football Association (”ahh, das heißt also FIFA!”) aber das is ne feine Geschichte. Sehr zu empfehlen sind im Allgemeinen übrigens auch die LiveStreams von ARD und ZDF, ganz im Gegensatz zum kläglichen Onlineangebot von RTL, aber RTL ist sowieso Mist. Die Bierfreunde empfehlen:

Highlights der WM-Spiele auf FIFA.com

Livestream für ARD-Spiele

Livestream für ZDF-Spiele

www.bierfreunde-alstertal.de

Das kulturelle Erbe der WM: Die Tröten-Taste bei Youtube

24. Juni 2010

Youtube Videos lassen sich jetzt Vuvuzelan.

Youtube Videos lassen sich jetzt Vuvuzelan.

Überall hört man sie. Sie ist allgegenwärtig! In den Straßen, Bahnhöfen, auf den Fan-Festen und sogar im Itunes App-Store trifft man sie an. Jedes WM-Spiel wird von ihrem Bienenkorbsound begleitet. Die einen hassen sie, die anderen lieben sie.

Die Rede ist natürlich von den Vuvuzelas. Youtube hat den Zeitgeist wieder mal erkannt: Seit kurzem gibt es bei vielen Videos einen Vuvuzela-Button! Daraufgedrückt und jedes Video wird zum WM-Erlebnis. Einfach mal ausprobieren, zum Beispiel hier:

Schland Oh Schland – Vuvuzela Button!

Arme Schiris!

22. Juni 2010

Schlechter als Frankreich sind bei dieser WM nur die Schiedsrichter. Im Spiel der Südafrikaner gegen „la Schande Nation“ Frankreich zog der Referee die sechste glatte rote Karte des Turniers. Kaum ein Platzverweis, schon gar nicht der gegen Gourcuff, aber auch nicht die gegen Cahill oder Behrami, war berechtigt. Dafür ließen die „Unparteiischen“ zahlreiche harte Fouls, wie im Spiel Elfenbeinküste-Argentinien oder das doppelte Handspiel Fabianos, gänzlich unbestraft. Eine heftige Bilanz, wenn man bedenkt, wie sehr die krassen Fehlentscheidungen das Turniergeschehen schon jetzt beeinflusst haben.

Ich sach raus, aber schnell Viel zu schnell zücken die Schiris bei dieser WM die Karten und liegen auch sonst, wie hier Stephane Lannoy im Spiel Brasilien-Elfenbeinküste, extrem oft daneben.

"Ich sach raus, aber schnell!" Viel zu schnell zücken die Schiris bei dieser WM die Karten und liegen auch sonst, wie hier Stephane Lannoy im Spiel Brasilien-Elfenbeinküste, extrem oft daneben.

Wirklich aggressiv kann man werden, wenn man sich die Äußerungen von FIFA-Schiedsrichter-Chef José María García-Aranda zu Gemüte führt. Die Oberpfeife ist mit den Leistungen seiner Gefolgsleute „sehr, sehr zufrieden“, man habe bisher exzellente Schiedsrichterleistungen bei dieser WM gesehen. Das ist ganz schön bescheuert. Aber was soll man von einem spanischen Schiri bei dieser WM schon erwarten…

Fehler kämen eben vor, das sei der menschliche Faktor, sagt er und vergleicht die Schiedsrichter mit den Spielern. Wenn ein Spieler den Ball meterweit über das Tor schösse, würde man das ja auch akzeptieren. Eine unglaubliche Scheiße, die der Typ da vom Stapel lässt. Natürlich regt man sich auf, wenn ein Spieler eine Torchance versämmelt, wie etwa Poldi den Elfer gegen Serbien. Aber darum geht es gar nicht.

Die maßlose Frechheit dieses Vergleichs liegt in der Gleichstellung von Schiris und Spielern: Man guckt ein Spiel nicht, um tolle Schiedsrichterleistungen zu sehen. Man guckt ein Spiel der Spieler und des Spiels wegen. Oder anders gesagt: Nach einer tollen Schiedsrichterleistung geht ja auch kein Mensch in den Fanstore und kauft sich ne Trillerpfeife und ein Schiedsrichtertrikot! Der Vergleich zeigt, wie selbstverliebt die Referees teilweise sind.

Auch der Schiedsrichter, der im Spiel Deutschland-Serbien satte 12 gelbe Karten verteilte, war äußerst zufrieden mit sich selbst: „Ich muss mich nicht entschuldigen, es gab nichts, was ich mir vorwerfen muss.” sagte Alberto Undiano am Montag. Das ist nicht nur selbst einen Platzverweis wert, denn Schiedsrichter dürfen sich zu den WM-Spielen laut FIFA-Regeln nicht äußern, sondern auch Ausdruck einer unerträglichen Arroganz der Spielleiter.

Die zeigt sich auch in der kollektiven Ablehnung des Video-Beweises. Was in anderen Sportarten und sogar bei FIFA-Lehrgängen für Schiedsrichter Gang und Gebe ist und jede der krassen Blindheiten einfachst hätte beheben können, wird für den Fußball seit Jahren strikt abgelehnt. „Das macht das Spiel kaputt“ lautet das häufigste und eigentlich einzige Argument der Video-Gegner.

Wie kann ein Spiel ohne Fehlentscheidungen dem Sport, der fairen Ermittlung eines Siegers, schaden? Ist es im Umkehrschluss auch schlecht für das Spiel,  soll man sich darüber ärgern, wenn ein Schiedsrichter mal eine fehlerlose Partie pfeift? Kokolores.

Selbst die Fußballprominenz, die einen bei krassen Fehlentscheidungen ja normalerweise mit Äußerungen wie „man darf nicht alles auf den Schiri schieben“, „das sind auch nur Menschen“ oder „wir hätten trotzdem gewinnen müssen“ provoziert, legt sich bei dieser WM fest: Was die da pfeifen ist einfach nur arm.

Günni Netzer machte der Schiedsrichter des Serbienspiels „verrückt“, der sonst so besonnene Ottmar Hitzfeld empfiehl dem Schiedsrichter nach dem Spiel der Schweiz gegen Chile, er solle lieber wieder am Strand pfeifen und Deutschlands Schiri-Titan Dr. Markus merk sprach gar von Wettbewerbsverzerrung: Die Diskrepanz zwischen Regeln und ihrer Auslegung auf dem Platz sei gravierend, „und es sind ja keine Einzelfälle. Das wird sich durch das ganze Turnier ziehen.” stellte Merk fest, bis heute hat er Recht behalten.

Seit dem Hoyzer-Skandal tragen Siege von Außenseitern, die auf Fehlentscheidungen basieren, einen faden Beigeschmack. Denn je überraschender ein Sieg ist, desto höher sind die Quoten, die er einigen wenigen beschert. Zu diesem Zeitpunkt sollte man noch keine Verschwörungstheorien breittreten. Aber es fällt schon schwer zu glauben, dass die heftigen und zahlreichen „Ausrutscher“ der Schiris allein auf deren Unzulänglichkeit zurückzuführen sind.

Doch nicht nur die Schiedsrichter selbst, sondern auch alles, was die FIFA mit ihnen macht  ist ziemlich arm. Zum Beispiel die Ansetzung und Auswahl der Schiedsrichter. Das Serbienspiel ließ man einen Spanier pfeifen. Den Landsmann eines direkten Titelfavoriten der deutschen Mannschaft – da sitzt sone gelbe Karte vielleicht auch lockerer als sonst. Aber nagut, man kann ja nicht nur Japaner und Franzosen die ganzen Topspiele pfeifen lassen.

Abenteuerlicher ist da schon die Besetzung des Spiels gegen Ghana: Dafür hat die FIFA einen Schiri geladen, der in der brasilianischen Liga, die nicht unbedingt als die unbestechlichste der Welt gilt, gerade wegen schwerem Korruptionsverdacht für mehrere Wochen gesperrt war. Kein Grund für die FIFA, ihn nicht das wichtigste Sportturnier der Welt pfeifen zu lassen.

Den Vogel schießt der Weltverband allerdings mit der nächsten Ansetzung des deutschen Schiedsrichtertrios um Wolfgang Stark ab: Der Bundesligist pfeift das alles entscheidende letzte Gruppenspiel der Engländer. Die britischen Gazetten lecken sich jetzt schon die Finger nach Schlagzeilen für den Fall des Ausscheidens. Sollten sie nicht ausscheiden, die ollen Briten, könnten sie bekanntlich im Achtelfinale auf uns treffen. Noch besser also, dieses Spiel von nationaler Bedeutung vom Erzfeind pfeifen zu lassen.

Auch der Kaiser, selbst FIFA-Funktionär, ist sauer über die katastrophale Schiedsrichterpolitik des Weltverbandes: “Warum kriegt man das nicht hin? Früher hat man das Schiedsrichtergespann von allen Erdteilen zusammengestellt. Jetzt hat man Teams aus einem Land, und trotzdem funktioniert’s nicht.” fragt sich Beckenbauer.

Tja, früher war halt alles besser. Das sagt auch Schirirendner Merk auf die siebenjährige Amtszeit des Oberschiris García-Aranda zurückblickend: „Alle Schiedsrichter werden in ein Korsett gezwungen. Das ist ganz bitter. Die Schiedsrichter sind bei der WM derart verunsichert, dass sie entweder total gehemmt oder ganz kleinlich pfeifen. Das beeinflusst die Ergebnisse beim Turnier.“

Früher, ja früher gab‘s noch echte Kerle an der Pfeife. Einem Dr. Pierluigi Collina reichte ein fieser Blick, da hielten die Spieler auf dem Platz die Fresse. Auch Merk, laut ewiger Rangliste der International Federation of Football History and Statistics nach Collina der zweitbeste Schiri aller Zeiten, wusste sich ohne Karten zu helfen. Aber „starke Charaktere will man jetzt nicht mehr haben“ weiß Merk, „die Kommission interessiert ohnehin mehr, ob die Rote Karte mit der rechten oder linken Hand gezeigt wird.“

Eine Fußballweltmeisterschaft muss die erste Sahne des Fußballsports versammeln. Für eine Weltmeisterschaft braucht es die besten Teams, die besten Trainer, die besten Fans, die besten Stadien und die besten Schiedsrichter der Welt. Wenn diese Pfeifen, die weltbesten ihrer Art sein sollen, dann gibt es kaum einen Grund dafür, sie nicht sofort wieder in ihre Zahnarztpraxen und Anwaltskanzleien zu schicken und gleich ohne Regeln spielen zu lassen. Bleibt zu hoffen, dass es sich bei den Schiedsrichtern dieser WM tatsächlich nur dumme, blinde, ärmliche Idioten aus einem kleinlichen, sturen Weltverband handelt und nicht um ein internationales Konsortium aus Robert Hoyzers…

Panini yourself

20. Juni 2010

Auch dieses Jahr haben die Bierfreunde und MILLIARDEN anderer ihr ganzes Taschengeld für Panini Sticker der WM-Stars ausgegeben. Völlig ohne Werbung und Eigeninteresse ermöglichen es eine große Sportzeitschrift und ein sexy assSüßigkeitenimperium jetzt, seinen eigegen Sticker zu entwerfen – wenn auch nicht Panini-Style. Ganz geil.

Erstellt eure eigenen Sammelbilder

Rezepte für eine gelungene WM

19. Juni 2010

Als emanzipierte Männer des 21. Jahrhunderts verbringen die Bierfreunde einen Großteil ihrer Freizeit mit Haushaltsarbeiten. Die Kür dabei ist das Kochen, das alle Bierfreunde – bis auf Pimmel Udo – in beneidenswerter Perfektion beherrschen. Bei der WM treffen 32 verschiedene Nationen aufeinander, 32 verschiedene Kulturen, die alle ihren Muttis das beste Essen zuschreiben. Diese kulinarische Vielfalt haben die Kollegen des Lebensmittelmagazins “LECKER” unter dem originellen Titel “Südafrika wird lecker” (fast so originell wie der Teasersatz “1:0 für den guten Geschmack”) zusammengetragen und äußerst ansehnlich in ihrem Blog versammelt. Wem das panierte JA! Nackensteak zu langweilig wird, dem sei dieses digitale WM-Kochbuch wärmstens ans Herz gelegt!

LECKER-Blog mit Rezepten aus allem WM-Teilnehmerländern

WM der Frisuren

18. Juni 2010

Fußball Weltmeisterschaften sind immer auch ein Zusammenkommen internationaler Trendsetter. Schon bevor David Beckham bei der WM 2002 die Metrosexualität erfand nutzten Profis die Turniere dazu, den Zeitgeist auf die Spitze zu treiben und den durchgeplanten WM-Outfits unverwechselbare Haarprachten aufzusetzen. Die Kollegen von Laola1.at haben die schönsten Frisuren der vergangenen Jahre zusammengetragen.

Die geilsten Fußball-Frisuren

Die Fußball-Internationalmannschaft

18. Juni 2010

Oder: Die Internationale erkämpft die Meisterschaft!

Lahm, Badstuber, Schweinsteiger, Müller. Das sind deutsche Nationalspieler. Und Tugenden deutscher Nationalspieler sind Kampf, Disziplin, Muskeln und Haudrauf-Fußball.

Doch das sind bei diesem Turnier nicht die bestimmenden Eigenschaften der DFB-Auswahl. Technik, Spielfreude und schnelle Kombinationen waren es, die uns und die ganze Welt im Australien-Spiel so beeindruckt haben. Und eben auch nicht nur Müller, Lahm und Co. haben begeistert, sondern auch und vor allem Podolski, Özil und Cacau. Zeit mit dem Stereotyp des alten deutschen Fußballs aufzuräumen!

Unsere Gesellschaft besteht nicht nur aus Müllers und Friedrichs, sondern auch aus Einwandererfamilien, internationalen Ehen und Kriegsflüchtlingen. Wie wunderbar, dass sich das auch endlich in der Nationalmannschaft zeigt – und so blendend funktioniert. Nichts könnte der deutschen Öffentlichkeit den Segen einer durchgemischten Bevölkerung besser beweisen, als eine in ihrer Herkunft so verschiedenen und doch so prächtig harmonierenden DFB-Elf.

Dennis Aogo, Jerome Boateng, Cacau, Mario Gomez, Sami Khedira, Miroslav Klose, Marko Marin, Mesut Özil, Lukas Podolski, Serdar Tasci und Piotr Trochowski. Elf Spieler, also fast die Hälfte des deutschen WM-Kaders haben ausländische Eltern und/oder wurden im Ausland geboren. Die multikulturelle Gesellschaft hat sich ausgerechnet im heiligsten des deutschen Volkes verwirklicht – und zeigt die integrative Kraft des Fußballs.

In einem – zugegebener Maßen sehr pathetischen – Werbespot wirbt der DFB für diese Kraft. Das Motto “Fußball: Viele Kulturen – eine Leidenschaft” trifft das Ganze, bei allem Genöle, das sich der DFB auch in Sachen Integration teilweise zurecht anhören muss, perfekt auf den Kopf. Und der Slogan “DFB – mas integracion” ist die richtige Botschaft: Was Politiker und Journalisten nicht hinbekommen, muss auf dem Platz geschaffen werden.

Aogo, Khedira und Özil sind keine urdeutschen Namen. Und trotzdem sind sie typisch deutsch, denn Deutschland ist ein Zuwandererland. In der politischen Debatte geht es beim Thema Ausländer vorwiegend um die Bildung von Subkulturen, von Ghettos, von hoher Kriminalität und schlechte Bildung. Die Truppe, die uns derzeit in Südafrika vertritt hat endlich die Chance, der Welt und vor allem Deutschland den wahren Gehalt einer multikulturellen Gesellschaft zu zeigen: Freude, Vielfalt und Produktivität.

Mit den jungen Wilden, die Australien versenkten und nachher auf die serbische Auswahl losgelassen werden, steht endlich eine würdige, eine echte deutsche Auswahl auf dem Platz. Denn wer in seiner Jugend selbst viele Stunden auf heruntergekommenen Bolzplätzen verbracht hat weiß, wie viel Potenzial in den Jungs „mit Migrationshintergrund“ steckt.

Das zeigte sich schon bei der hochgelobten U-21-Europameistermannschaft, die jetzt zu großen Teilen in die A-Nationalmannschaft aufgestiegen ist. Für diese Generation von Spielern ist das völlig normal: Jerome Boateng, Sami Khedira und Dennis Aogo zum Beispiel spielen seitdem sie 15 sind gemeinsam in deutschen Jugendauswahlen.

Die Jungs, die in Südafrika Alarm machen, entstammen der gleichen Generation wie die Bierfreunde. Einer Generation, die mit dutzenden verschiedenen Nationalitäten Fußball spielt, Filme von Fatih Akin guckt und Musik von Bushido hört. Wir sind die Generation, die in einer multikulturellen Gesellschaft aufgewachsen sind und sich mit ihr identifiziert, genauso wie sich Akin und Bushido, aber auch Özil und Marin mit Deutschland identifizieren. Es ist kein Zufall, dass sich diese Nationalmannschaft in der Kabine vor den WM-Spielen mit einem Bushido-Song auf Touren bringt, in dem sich dieser zu Deutschland und seiner Nationalmannschaft bekennt.

Da ist sie wieder, diese Fußballromantik, die einem überall auf der Welt begegnet: Zum Buffen braucht es keine teuren Schläger, keine aufwändigen Plätze oder Hallen, es braucht nur einen Ball, zwei Tore und Einige, die Bock auf Fußi haben. Auf dem Platz hat sich noch nie jemand dafür interessiert, ob der Vater Moslem, die Mutter Südamerikanerin oder der Onkel Pole ist.
Fußball kennt keine Herkunftsländer, Fußball kennt nur Mannschaften. Und wir haben eine ganz fantastische, bunte Mannschaft, die vielleicht die ambitionierteste seit den Europameistern von ‘96 ist. Es ist eine deutsche Mannschaft, zusammengestellt von deutschen Vereinen, groß geworden in deutschen Fußballschulen und fest verankert mit der deutschen Kultur. Ein Sieg bei der WM wäre ein Sieg für die Toleranz und Vielfalt der deutschen Gesellschaft. Also, liebe Nationalspieler, wir sind stolz auf euch! Und wünschen euch Powodzenia! – Boa sorte! – Viel Erfolg!

Headnuts verteilen mit Rooney

17. Juni 2010

Es geht doch nichts über eine kräftige Kopfnuss bei internationalen Spielen. Zizou hat es in Deutschland vorgemacht, jetzt seid ihr dran! Bei “Rooney on the rampage” könnt ihr mit dem bulligen Briten alles ausnocken, was euch entgegen kommt. rooEin lustiges Spiel mit Suchtpotenzial und eine wilkommene Abwechslung zum ganzen Fairness-Gelaber, das einem zu Welt- und Europameisterschaften ja schon vor dem ersten Spiel auf die Eier geht.

Rooney on the Rampage

Dem deutschen Team auf den Versen durch Südafrika!

17. Juni 2010

Hurra, Hurra, der Tag ist gekommen, das Auto ist mit Deutschland-Accessoires getuned, die Reise kann endlich losgehen!!! Nach dem grandiosen Auftakt freuen wir uns noch mehr die vielen Kilometer auf uns zu nehmen um unser Team durch Südafrika zu begleiten und unseren Jungs für die letzten zwei Gruppenspiele zur Seite zu stehen. Insgesamt werden wir vier Freunde zehn Tage unterwegs sein und eine Strecke von rund 6.500 Kilometer auf uns nehmen um live dabei zu sein wie unsere Mannschaft in Südafrika geilen Fußball zelebriert.

Heute machen wir uns auf den Weg nach Port Elizabeth, wo Deutschland am Freitag Serbien unter Beschuss nimmt. Die über 800 Kilometer lange Fahrt werden wir uns mit Bier, Vorfreude und unserer berechtigten Siegessicherheit zufrieden geben. Traumhafte Landschaften werden wir passieren, bis wir dann Abends in der Hafenstadt Port Elizabeth in einem Backpacker in Stadionnähe ankommen und unser Fan-Lager aufschlagen. Dort werden wir andere deutsche Fans treffen, mit denen wir schonmal unsere Gesänge und unseren Bierkonsum einstudieren wollen.
Dann früh am nächsten Morgen geht’s mit dem Fan-Bus zum Stadion und sobald uns der Einlass gewährt wird befinden wir uns in voller Deutschlandmontur in der zwölften Reihe Block C.
Nach dem toreichen Sieg geht’s zur After-Game-Party und es wird in deutscher Manier exzessiv und kulturell gefeiert. “SCHLAAAAAAND!!!!”

Dann bleiben uns fünf Tage um unseren Arsch nach Johannesburg zu bringen. Eine schöne Reise durch Südafrika erwartet uns, Nationalparks, bunte Kultur, fußballverrückte Fans, Partys, bis wir dann schließlich bei Freunden in Johannesburg eintreffen.

Abends um 20:30 Uhr sind wir dann live dabei bei dem meiner Meinung nach geilsten Spiel gegen Ghana. Wir Fans werden in der Unterzahl sein und einer unglaublichen Menge Afrikaner gegenüberstehen, die uns mit Vuvuzelas den Kampf ansagen. Bis unsere Stimmbänder reißen schreien wir unsere Mannschaft nach Vorne.
Ein geiles Spiel in einem geilen Stadion, egal wer gewinnt, es wird eine lange Nacht werden.
Ghana ist eine gute Mannschaft, es wird ein interessantes Spiel werden aber einer Sache bin ich mir sicher: Deutschland wird Gruppensieger und ist ein heißer Kandidat für den Titel!

Gestern Abend wurde Südafrika das erste Mal in seiner feierlichen Stimmung gebremst.
Das Spiel gegen Uruguay endete mit einem deutlichen 0:3 und hat enttäuscht.
Die erste Halbzeit über waren die Südafrikaner ideenlos, zeigten nur wenig Spielfreude und hatten keine wirklichen Torchancen. Zur Halbzeit lag Uruguay verdient mit einem Tor vorne, die machten das Spiel und lieferten eine stabile Vorstellung ab.
In der zweiten Halbzeit wurde das Spie dannl turbulenter, Südafrika begriff das dieses Spiel noch gedreht werden kann und versuchte selbstbewusst nach Vorne zu spielen. Das ganze Land saß vorm Fernseher als der Schiedsrichter eine gravierende Fehlentscheidung aussprach. Foulelfmeter für Urugay und als Konsequenz die rote Karte für den südafrikanischen Nationaltorwart. SCHWALBE. Dann machte Uruguay alles klar und verwandelte knapp gegen den frisch eingewechselten Ersatztorwart.
Das Spiel war gelaufen, die Fans wussten das und dementsprechend war auch die Stimmung.
Kurz vor Schluss dann das 3:0 für Uruguay – die Träume eine Runde weiterzukommen sind jetzt nur noch durch ein Sieg gegen Frankreich zu verwirklichen. Wie das Land feiert hat es das wirklich verdient, eine Chance gibt es noch – aber dafür muss auf dem Platz mehr geackert werden, dafür müssen auf dem Spielfeld mehr Ideen her. Ich drück die Daumen: “Shosholoza Bafana, Bafana!“ (”Auf gehts unsere Jungs!”)

Ich muss jetzt duschen, packen und dann geht’s on the road straight to Port Elizabeth!Viel Spaß vor den Leinwänden, macht Stimmung und seid heiß auf den Titel. Wenn Deutschland morgen wieder torreich auftritt, dann werden wir als Favorit ins Rennen gehen. Wer soll uns bremsen? Jedenfalls nicht Spanien, die verloren gestern gegen die Schweiz, peinlich peinlich.
Bis jetzt ist die WM wirklich nicht besonders spektakulär bis auf eine Mannschaft: Unsere Mannschaft, unsere Jungs, Deutschland!!!

Letzte Chance - Gegen Frankreich muss gesiegt werden